Montag, 24. Juni 2024

 Klassenzusammenkunft vom 20. Juni 2024 (Sonnwende)
in Tarasp (GR)






(UBI) Bereits im Januar dieses Jahres stimmte uns Luzia zur nächsten Klassenzusammenkunft ein, welche wie angekündigt in Tarasp im Engadin stattfinden soll. Jedem/jeder, der/die in Rorschacherberg zwischen Mittelstufe und Real/Sekundarschule zur Schule ging, dürfte dieser Ort,wo sich das  Ferienheim der Gemeinde Rorschacherberg befindet, aus einem Ski- oder Wanderlager in bester Erinnerung sein. 

Die meisten reisen mit dem Zug an, wenige auch mit dem Pw. Bei (noch) schönem Wetter treffen sich alle an der Bushaltestelle. Bereits nach wenigen Schritten lässt Luzia die Katze aus dem Sack. Also, im Klartext: Zur Überraschung aller Anwesenden schleppte sie im Rucksack Sekt, einen selbstkreierten Saft aus pürierten Früchten mit Orangensaft und einige Snacks für einen Begrüssungs-Apéro mit. Einfach toll. Dazu profitieren wir von einigen interessanten, historischen und geografischen Informationen, welche Luzia speziell für diesen Anlass zusammengetragen hat.






Ein kleiner Rundblick:







Nach dem gelungenen Apéro ziehen wir weiter Richtung Ferienheim, alle haben irgendeine kleine, Anekdote zum Erzählen.










Ein kleines aber homogenes Grüppchen waren wir




Anschliessend begeben wir uns zum Schlosshotel Tarasp (Restaurant Chasté)





vor dem Restaurant mit Schloss Tarasp im Hintergrund



Ein wirklich wunderbares Menu wird uns serviert:



nicht nur für's Auge sondern auch für den Gaumen ein Genuss



Nach dem tollen Mittagessen fällt leider Regen. Unsere Wege trennen sich etwas. Eine Gruppe wandert zum Schloss Tarasp zu einer einstündigen Führung, andere treten den Heimweg in alle Richtungen an. So auch der Schreibende, der dem Wetter vertraute und Regenjacke/Schirm vertrauensvoll im Auto liegen liess.

Danke, Luzia, für Dein Engagement und den gelungenen Anlass.

Fotos von Jutta Floria, Luzia Hefti und Urs Bischofberger


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Hier einige Aufnahmen vom Schloss und dessen Besichtigung:








Informationen zu Tarasp und seinem Schloss
(zusammengetragen aus verschiedenen Quellen von Luzia) 

 

Tarasp – «terra aspera»

Der Name Tarasp setzt sich aus den lateinischen Wörtern «terra» und «aspera», also Erde und herb/ rau zusammen. Was darauf hinweisen dürfte, dass das Schloss Tarasp beim Bau inmitten eines Rodungsgebietes lag. Die erste Erwähnung des Namens reicht bis ins 11. Jahrhundert zurück, als die Herren von Tarasp am Standort des heutigen Schlosses die ersten Festungsanlagen errichteten und bewohnten.

 

Geschichtlicher Einblick Von 1040 bis heute

 

Als Wahrzeichen des Unterengadins überblickt das Schloss Tarasp in Graubünden majestätisch die Region. Imposant ist es in die umliegende Bergwelt mit der intakten Naturlandschaft sowie dem herzigen Dorf Tarasp eingebettet. Im Innern erwartet einen eine geschichtliche Reise in die Vergangenheit kombiniert mit moderner Kunst.

 

Kurzporträt Tarasp

 

Tarasp – die Highlights

Schloss Tarasp – Wahrzeichen des Unterengadins

Lai Nair – malerischer Bergsee mitten in einer Moorlandschaft

Mineralwasser – Mineralquellen in einzigartiger Zusammensetzung und Vielzahl

Kurgeschichte – Jugendstilbauten und reiche Tourismusgeschichte

Dorfstruktur – ein Ferienort mit zehn Siedlungen

Val Plavna – unvergleichbares Erlebnis ganz naturgemacht

 

Tarasp in Zahlen

Fläche: 4690 ha

Einwohner: 216

Höchster Punkt: 3173 m ü. M. (Piz Pisoc)

Tiefster Punkt: 1179 m ü. M. (Ischla)

Politische Lage: Gemeinde Scuol, Regiun Engiadina Bassa/ Val Müstair

Siedlungen: Aschèra, Avrona, Chants, Chaposch, Florins, Fontana, Sgnè, Sparsels, Vallatscha, Vulpera

 

Tarasp ist die einzige Ortschaft im Unterengadin, die gesamthaft auf der rechten Innseite liegt. Wir haben eine einzigartige Dorfstruktur mit den zehn kleinen Siedlungen Aschèra, Avrona, Chants, Chaposch, Florins, Fontana, Sgnè, Sparsels, Vallatscha und Vulpera, welche der Fraktion einen sehr speziellen Charakter verleihen.

 

Das Schloss Tarasp, im Jahre 1040 aus strategischen Gründen erbaut.

Napoleon hat Tarasp im Jahre 1803 der Helvetischen Republik überlassen. Noch im selben Jahr wurde Tarasp in den Kanton Graubünden integriert, welcher zu diesem Zeitpunkt schliesslich ein formell schweizerischer Kanton wurde. Vorher war das Gebiet der heutigen Fraktion Tarasp aus strategischen Gründen eine Enklave der Habsburger. Diese Vergangenheit zeigt sich noch heute in der Konfession. Tarasp ist die einzige Unterengadiner Ortschaft, deren Einwohner mehrheitlich katholisch sind.

 

Die berühmten Mineralquellen Lucius, Emerita, Bonifatius und Carola sorgten

bereits ab den 1860er-Jahren für die touristische Entwicklung der Region. Weltbekannte Persönlichkeiten reisten für Trink- und Badekuren an. Die grossen Kurhotels – Kurhaus Tarasp (heute Scuol Palace), Hotel Schweizerhof und das im Jahre 1989 leider niedergebrannte Hotel Waldhaus in Vulpera – wurden in der Zeit zwischen 1875 und 1910 erbaut. Seit den 1960er-Jahren hat die moderne Medizin und Pharmakologie das Interesse an den Kuren kontinuierlich reduziert. Die Trinkkuren waren nicht mehr gefragt. Die grossen Hotels richteten sich auf Sport- und Freizeit- Aktivitäten aus und sprachen damit andere Gästegruppen an.

Im Jahre 1955 wurde in Scuol die erste Seilbahn auf die Motta Naluns gebaut, womit ein neuer touristischer Aufschwung eingeleitet wurde. Die Anlagen sind aus der Region nicht mehr wegzudenken.

Heute leben wir in Tarasp fast aus- schliesslich vom Tourismus. Hinzu gesellen sich eine funktionierende Landwirtschaft und ein wenig Kleingewerbe. Die im

Jahre 2010 eröffnete Innbrücke nach Tarasp hat einen erfreulichen Anstieg der Einwohner- und Schülerzahlen bewirkt. Die Schüler besuchen die erste bis sechste Klasse in Tarasp, die Oberstufe ist seit dem Jahre 1969 in Scuol integriert.

 

Kunst und Handwerk

Trotz der relativ kleinen Einwohnerzahl gibt es in Tarasp einige eigenständige Handwerks- und Kunsthandwerkbetriebe. Nebst einer Schreinerei und einem Malergeschäft müssen sich die Kunstschaffenden in Tarasp nicht verstecken. Das Atelier vom Kunstmaler Rudolf Glaser befindet sich in Fontana. Seine Bilder können an Ausstellungen betrachtet werden und er bietet auch Kurse an. In Sgnè gibt es ein kleines und charmantes Kunstatelier. Wer auf der Suche nach einem etwas anderen «Kunstsouvenir» ist, wird sicher in Erichs Brocki in Vulpera fündig. Darüber hinaus betreut die Fundaziun Pro Terra Engiadina das Projekt der Instandstellung und nachhaltigen Nutzung der Mühle Tarasp. Das Projekt basiert auf drei Säulen: Ökologie, Gesellschaft und Wirtschaft. Von der Wiederinstandstellung und der Nutzung der Mühle (einzige elektrisch betriebene Getreidemühle in der Region) für das Mahlen des in der Region produzierten Getreides können Natur, Bevölkerung und Gäste profitieren. Die lokalen Land- wirte helfen engagiert mit, diese Ziele zu erreichen.

 

Rumantsch Vallader

Wie im ganzen Unterengadin wird auch in Tarasp vorwiegend romanisch gesprochen. Genauer gesagt «Vallader», welches zusammen mit dem Oberengadiner «Puter» und dem «Jauer» (Val Müstair) das Rumantsch Ladin (Engadiner Romanisch) bildet. Etwa 35 Prozent der Einwohner sind Romanisch sprechend. Als fester Bestandteil der regionalen Kultur begegnet man dem Rumantsch nicht nur in Liedern und Büchern, sondern auch überall auf der Strasse und in der Schule. Bis Ende der zweiten Primarklasse ist das Romanische noch die einzige Unterrichtssprache. Danach wird als erste «Fremdsprache» Deutsch gelernt. Obwohl alle Tarasper Deutsch sprechen, freut man sich über ein «allegra» oder «bun di», sollte es auch nicht ganz perfekt aus- gesprochen sein.

 

 

 

Schloss Tarasp

Das Wahrzeichen des Unterengadins

Mit dem Schloss Tarasp verhält es sich ein wenig wie mit dem berühmten «Kirchlein von Wassen». Beide Bauten sind Wahrzeichen für ihre Täler, beide erblickt man diverse Male, wenn man sich im entsprechenden Tal bewegt. Dass man das imposante Schloss in Tarasp sieht, ist klar. Doch selbst vom Flüelapass aus lässt sich ein Blick darauf werfen, der optischen Täuschung sei es gedankt, dass es dann so aussieht, als erhebe sich das Schloss über Ardez. Von Ftan aus erscheint der Bau ein wenig wie ein Spielzeugschloss, weil es sich vor dem Berghang duckt, imposant wirkt es dann aber wieder von der Engadinerstrasse aus.

Für die einzigartige Standortwahl zeichneten sich die Herren von Tarasp verantwortlich. Aus der Gegend des Comersees ins Engadin gezogen, liessen sie die Burg in der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts auf dem rund 100 Meter hohen Schlosshügel bauen. Bereits 1239 gelangte die Festung an den Grafen von Tirol und wurde durch Reformation und Glaubenskriege Zeuge und Austragungsort diverser kriegerischer Auseinandersetzungen.

Ab 1464 wurde Tarasp eine habsburgische Grafschaft und im Laufe des 16. Jahrhunderts bauten die Besitzer die Anlage zur heutigen Grösse aus. Doch diese erwies sich nicht nur als Pracht, sondern auch als Last, denn 1803 schlug Napoleon das Schloss der helvetischen Republik zu. Der junge Kanton Graubünden sah sich ausserstande, für den Unterhalt aufzukommen und verkaufte das Schloss an einen Privatmann aus Scuol.

Danach wechselte das Schloss viele Male die Hände, erlebte Plünderungen und die Demontage der hölzernen Bauteile durch die Bevölkerung, die damit ihre Öfen beschickten.

Erst 1900 ging es mit dem Schloss bergauf. Der Dresdner Industrielle Dr. Karl August Lingner, der Erfinder von «Odol», kam zu einem Kuraufenthalt nach Vulpera. Er entschied, die zerfallenen Festung für 20'000 Franken zu kaufen und zu renovieren. Bei der Restauration scheute er weder Kosten noch Mühen. Aus Patrizierhäusern und Edelhöfen aus der umliegenden Region wurden alte Vertäferungen, Öfen und Mobiliar erworben und verhalfen so dem Schloss zu neuer Pracht. Auch die Gartenanlage wertete er auf und pflanzte 1000 Bäume, gleichzeitig liess er aber auch eine Strasse anlegen, damit er sein Auto etwas ausfahren konnte, denn in Graubünden war zu dieser Zeit das Automobil noch verboten.

Im Juni 1916 liess Lingner, in der früheren Waffenkammer, die nun das Musikzimmer des Schlosses ist, eine Dresdner Jehmlich-Orgel einbauen. Heute gilt diese als grösste Orgel in europäischem Privatbesitz. Im selben Jahr hätte das Schloss feierlich und in grossem Rahmen eingeweiht werden sollen, jedoch verstarb Lingner am 5. Juni völlig unerwartet, ohne den prunkvollen Bau je fertig gesehen zu haben.

Nach seinem Tod fiel das Schloss der Familie von Hessen zu, welche es 100 Jahre pflegte. Nach mehrjährigen Verhandlungen mit der Stiftung Chastè da Tarasp und der Gemeinde wurde der Eigentumswechsel im März 2016 besiegelt und das Schloss ist wieder in Schweizer Händen.

Der neueste Besitzer, der weltbekannte Künstler Not Vital aus Sent, hat eine neue Ära in der über 1000-jährigen Geschichte des Schlosses eingeläutet. Mittels zeitgenössischer Kunst in und ums Schloss herum hat Not Vital das Schloss zu einer Kulturattraktion von nationaler und internationaler Bedeutung weiterentwickelt. Auffällig sind beispielsweise die glänzende Kugel «der Mond» auf dem Lai da Tarasp oder der 13 Meter hohe Turm «House to watch the sunset». Das Schloss Tarasp ist weiterhin öffentlich zugänglich.

Es finden regelmässig Schlossführungen statt, im Sommer teilweise mehrmals täglich. Orgelkonzerte auf der klangvollen Holzorgel mit 3000 Pfeifen schallen immer wieder – im Sommer und Winter – durch das Gemäuer und begeistern die Besucher*innen nachhaltig.




 Klassenzusammenkunft vom 20. Juni 2024 (Sonnwende) in Tarasp (GR) (UBI) Bereits im Januar dieses Jahres stimmte uns Luzia zur nächsten Klas...